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Sprengung des Stibiox-Schornsteins gestoppt

Mit Empörung haben Bezirksbürgermeister Jürgen Wendt (CDU) und Ratsfrau Heiderose Wanzelius (BIBS) auf das Vorhaben der Stadt reagiert, den Schornstein auf dem Gelände der ehemaligen Stibiox-Firma zu sprengen.

Wendt bringt in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vom 10.03.2010 einen Dringlichkeitsantrag ein, der dafür sorgen soll, dass die Sanierungsmaßnahme so ausgeführt wird, dass für die Bevölkerung keine Gefahren vom kontaminierten Boden bzw. von der kontaminierten Bausubstanz ausgehen. Vor der Sprengung soll dem Stadtbezirksrat Wabe-Schunter und dem Planungs- und Umweltausschuss am 28.04.2010 das überarbeitete Sanierungskonzept detailliert vorgestellt werden.

Weder Stadtbezirksrat, er selbst als Bezirksbürgermeister noch der Planungs- und Umweltausschuss seien im Vorfeld informiert worden, so Wendt. BIBS-Fraktionsvorsitzende Heiderose Wanzelius, die das Gelände vor Jahren chemisch analysieren ließ, zeigte sich bestürzt über das Vorhaben: „In dem Boden befanden sich damals eklatant hohe Antimon- und Arsenwerte.“ Ihr war bekannt, dass die Firma ohne Filter die Schadstoffe durch den Schornstein in die Luft abgab. Anlass der Untersuchung war damals, dass Jugendliche, die in unmittelbarer Nähe wohnten, an aggressivem Krebs verstarben. Nachdem die volle Tragweite der Verseuchung durch die Aufdeckung ans Licht der Öffentlichkeit gebracht wurde, wurden umfangreiche Maßnahmen, wie z.B. Untersagung von Ernten in angrenzenden Gärten, Sperrung eines nahe gelegenen Wäldchens, nachträglicher Einbau eines Stahlrohres in den Schornstein etc. durchgeführt.

Pressemitteilung der BIBS-Fraktion

Der Dringlichkeitsantrag wird angenommen und die Sprengung damit zunächst aufgeschoben.

Nach Aussage von Stadtbaurat Zwafelink existiere ein Gutachten, dass die Ungefährlichkeit einer Sprengung des Schornsteins offenbar belege. Dadurch, dass ein Stahlrohr aber erst nachträglich eingebaut wurde, das die weitere Verseuchung des Mauerwerks stoppen sollte, ist eine Gefährdung durch die geplante Sprengung nicht ausgeschlossen, da das Mauerwerk vor dem Einbau bereits kontaminiert wurde.

Die Firma Stibiox, die in den 90er Jahren in Braunschweig und Freiburg einen Umweltskandal verursacht hatte, hatte 2001 ihren Betrieb nach Insolvenz eingestellt. Das Gelände am Hungerkamp in Braunschweig ist mit Antimon-Rückständen belastet.
Am 22.09.2009 wurde der Rat in einer Mitteilung der Stadt darüber unterrichtet, dass die Stadt Braunschweig das Grundstück unentgeltlich übernimmt und für rund 1,6 Mio. Euro saniert.

Presse
Stibiox-Sanierung aus der Stadtkasse – Ex-Besitzerin wohnt im Luxus, BZ vom 09.20.2009
Stibiox-Skandal nimmt teures Ende, BZ vom 15.09.2009